Prälat Witzenbacher in Bad Säckingen / mit Bericht
am 14. April um 10 Uhr in der Stadtkirche Bad Säckingen
Prälat Marc Witzenbacher feierte den Gottesdienst in Bad Säckingen. Darüber berichtete
Beim Apero anschließend kamen mehrere Themenbereiche zur Sprache:
Mitgliederschwund
Prälat Witzenbacher berichtete, dass nach einer Studie bis zum Jahr 2060 die Zahl der Mitglieder in der Evangelischen Landeskirche in Baden von jetzt etwa 1.000.000 auf ca. 500.000 zurückgehen werden. Das führt natürlich auch zu einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen. Die Mitglieder der Landeskirche, die über zu versteuerndes Einkommen verfügen, bezahlen auf diesem Wege ihren "Mitgliedsbeitrag".
Über die Auswirkungen wird in dem Strukturprozess, der in unserer Landeskirche "ekiba2032" heißt, seit einigen Jahren beraten, und es wird immer wieder berichtet (z.B. auf der Seite www.evangelisch-am-hochrhein.de in der Suchfunktion das Stichwort ekiba2032 eingeben).
Dazu wurden in unserem Kirchenbezirk "Kooperationsräume" gebildet. In den Kooperationsräumen soll so zusammen gearbeitet werden, dass ein attraktives Gemeindeleben möglich ist, auch wenn weniger Pfarrpersonen im Dienst sind.
Sondersituation in Bad Säckingen, Murg und Wehr
Durch die geplante Industrieansiedlung in der Schweiz gegenüber Bad Säckingen ("Sissler Feld") ist auf der deutschen Seite mit deutlichem Bevölkerungszuwachs und auch einer steigenden Zahl von Kirchenmitgliedern auszugehen. Im Kooperationsraum werden deshalb Überlegungen angestellt, wie man besonders auf die Bedürfnisse junger oder mittelalter Familien eingehen kann.
Berichte über Missbrauch
Die Berichte über Missbauch auch in der evangelischen Kirche haben viel Betroffenheit ausgelöst. Wie soll darauf reagiert werden?
Pfarrer Ulrichs erklärte dazu, dass Konzepte zur Vorbeugung und zum Schutz gegen Übergriffe und Missbrauch ausgearbeitet werden sollen. Das ist auf verschiedenen Ebenen bereits in Arbeit. Jede Kirchengemeinde wird in naher Zukunft aufgrund der individuellen Situation prüfen, welche Maßnahmen geboten und angemessen sind. Zur Erstellung von Schutzkonzepten wird es in naher Zukunft Anleitungen der Landeskirche geben.
Relevanz
Die Arbeitsfelder der christlichen Kirchen gehen über Gottesdienste weit hinaus, leider ist das nicht mehr allgemein bekannt. So entscheiden sich immer wieder Kirchenmitglieder zum Austritt, weil sie die Bedeutung der Kirchenmitgliedschaft nicht einschätzen können. Die Zusammenhänge werden hier ausführlich erklärt. Außerhalb der Organisation Kirche (die sich z.B. auch in Jugendarbeit und lokaler Unterstützung in besonderen Fällen engagiert) werden unabhängige Stellen wie diakonische Einrichtungen, Kindergärten und Kitas und auch die TelefonSeelsorge finanziell unterstützt. Sie könnten ihre Arbeit ohne Kirchensteuermittel nicht ausführen.
Infoblock-Prälat
Die Prälatinnen und Prälaten unterstützen die Landesbischöfin in der geistlichen Leitung der Landeskirche. Sie können in den Gemeinden ihres Kirchenkreises Gottesdienste und andere Versammlungen halten. Im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden gibt es derzeit zwei Prälaturen: Nordbaden - mit Sitz in Schwetzingen, und Südbaden - mit Sitz in Freiburg.
Prälat für den Kirchenkreis Südbaden ist Dr. Marc Witzenbacher
Geboren 1971 in Karlsruhe. Nach dem Studium der Altphilologie und evangelischen Theologie in Tübingen war Marc Witzenbacher von 1998–2002 Redakteur im Hessischen Rundfunk, später Pressesprecher der Evangelischen Landeskirche in Baden, Theologischer Vorstand am Evangelischen Diakoniekrankenhaus in Freiburg i.Br., Referent der Evangelischen Kirche in Deutschland in der Ökumenischen Centrale, der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Leiter des Koordinierungsbüros der Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe. Seit Pfingsten 2023 ist er Prälat des Kirchenkreises Südbaden.






